Sonntag, 15. November 2009

TageBuch

Prolog:

Unerwarteter Besuch kam heuer in meine etwas unaufgeräumte Bude. Eine mittlerweile gute Bekannte, die ich seit ca. 2 1/2 Jahren kenne, und schon eine Zeitlang nicht mehr gesehen habe. Ich habe sie, Witwe (Verkehrsunfall) und Mutter eines jetzt 12jährigen Sohnes, damals im Zusammenhang mit der Tragödie um meinen Neffen kennengelernt - da Sie mit ihrem Sohnemann ein vergleichbares Problem hat. Da nun auch heuer die Beerdigung von Robert Enke war, wurde das Thema zwangsläufig angeschnitten. Sie hat da einen nachdenklichen Satz von sich gegeben, der die Situation dieser Tage klar zur Sache bringt.
" Wenn man einem Menschen der Profi Sportler ist, mit all den im Hintergrund gegebenen Möglichkeiten, nicht Helfen kann - wo soll ich dann Hilfe für mein Kind herbekommen?"
Sie erwähnte dann eine Aussage von unserer damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen im letzten Jahr, wo diese sagte: Für Jungen und Männer ist mein Ministerium nicht zuständig!
Auch in der Bewertung was das Verhalten von der Frau von Robert Enke angeht, hat sie mir recht gegeben, und diese Frau kann das mit Sicherheit Beurteilen.
Und sie hat nicht nur eine Schüssel Milchreis mit Erdbeeren mitgebracht, sie hatte auch noch das ein und andere im Gepäck.

1. Kapitel: MännerRevue

Einen Zeitungsbericht über eine gerade angelaufene Theater Show.


Wann ist ein Mann ein Mann? Eine Antwort auf diese Frage liefert jetzt die neue Revue "Männer" von Franz Wittenbrink. Nun geben die Männer mit ihren Liedern Einblicke in ihr Gefühlsleben. Sie besingen ihre Träume und Nöte, ihre Hoffnungen, Triumpfe und Illusionen.

Und wo ist der Mann noch wirklich Mann? Natürlich im Fussballstadion. Nach dem Spiel mag keiner so recht nach Hause gehen und so treffen hier auf einmal ganz verschiedene Typen Mann aufeinander, die sich im normalen Leben vielleicht nie begegnet wären.Lied um Lied lernen wir sie kennen, lernen sie sich kennen und lassen alles raus, was sie in ihrem Alltag unterdrücken. Das Stadion wird zum Spielplatz der Emotionen. Und davon hat der Mann jede Menge.
>>> Die Kiste läuft seit dem 30.Oktober 2009 im Atelier Unterkirchen, in Wuppertal. Infos: http://www.tic-theater.de/ <<<

2. Kapitel: Neue Bücher

Nun lese ich ja gerne, und so hat Silke (so heißt die Bekannte) aus einer Buchhandlung desweiteren ein aktuelles Taschenbuch Magazin mit Neuvorstellungen an Taschenbüchern mitgebracht. In diesem Magazin bin ich dann auf etwas Aufmerksam gemacht worden was ihr nennenswert erschien, und so haben wir dann mal eine Auflistung gemacht. Unter der Überschrift Ratgeber und Lebenshilfe hat es 83 Neuvorstellungen. Davon mindestens 12 Bücher die eindeutig als Geschlechtsbezogen Erkennbar sind. (Können natürlich mehr sein)
Von diesen 12 sind derer zweie für beide Geschlechter geschrieben, sie Autoren jeweils ein Mann und eine frau. EIN Buch ist nur für Männer, geschrieben von einem Mann. Der Rest, also neune der Bücher sind nur für Frauen. Wobei bei den meisten Büchern weibliche Autoren gegeben sind. Darunter fallen dann so nette Titel wie: Mach sie glücklich, Wann kommt endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul, Gebrauchsanweisung für Männer und einen Scheidungratgeber für Frauen. Und und und.
Lustig ist das ganze ja noch bei einem SexRatgeber von Frauen für Frauen, wo die Überall Hilfe brachen.
Nicht mehr so Lustig wird es dann bei dem Buch von Ulla Rahn, denn die hat den Vogel abgeschossen. Ihr Buch: "Welches Tier passt zu mir, ein Besuch im Männerzoo."
Ich kann mich noch daran Erinnern, als wir in der Schule über den Nationalsozialismus gesprochen haben, und uns Ausschnitte aus einem Nazi-Propaganda Film angesehen haben der hieß: " Der ewige Jude" hier wurden die Juden mit Ratten gleichgesetzt.
Menschen mit Tieren gleichzusetzen, und das wahrscheinlich auch noch lustig finden, dazu muss man schon eine sehr starke und selbstbewusste frau sein. Und nichts dagegen zu Unternehmen, sondern das ganze noch verharmlosen ist dann auch nicht besser. Wie muss ein solches Buch auf ein Kind wirken?

3. Kapitel: Leseprobe

Das Buch ist zwar schon etwas älter, passt aber wie die Faust auf's Auge.

'Eintritt frei für Männer'
Schwarze Schrift auf strahlend weißem Grund kündete davon, welche Art von Literatur sich auf gut zwanzig Regalmetern tummelte: Frauenliteratur. „Man wird nicht als Frau geboren“, „Das andere Geschlecht“ und ein „Manifest zur Vernichtung der Männer“ lauerten auf Käufer, vornehmlich allerdings auf Käuferinnen.
Tim Hansen verzog den Mund, denn mit solchen Büchern hatte ihn seine Mutter so regelmäßig gefüttert wie andere Eltern ihren Nachwuchs mit Cornflakes. Eine konzentriert die Fingernägel betrachtende Buchhändlerin beäugte kurz den einzigen Interessenten ihres sensiblen Kundenbereichs, nahm Witterung zum Inhaber des falschen Chromosoms auf. Ein Mann! Sie hüstelte.
Tim suchte. Er suchte ein Buch für sich selbst. Keinen Liebesroman, keinen Diätbetreuer und auch kein Frauenpowerbuch, sondern ein Männerbuch: „Das bevorzugte Geschlecht“, damit war das weibliche gemeint, von Martin van Creveld sollte es sein. Schon beim Betreten des Ladens fühlte Tim sich irgendwie ... Er wusste auch nicht genau, wie, aber es hatte etwas mit Scheiße zu tun.
Er ging ein paar Mal hin und her: Die Buchhändlerin irritierte ihn, vielleicht hatte sie ihn schon als Geht-selten-in-Buchläden-Typ klassifiziert. Ohne eine Logik in der Sortierung der Bücher zu erkennen und um seine Unsicherheit zu überspielen, zog Tim schließlich mit dem Zeigefinger ein buntes Bändchen hervor. Es enthielt Tarotdeutungen speziell für starke Frauen. Er schob es wieder zurück. Wozu mochten starke Frauen einen Blick in die Karten der Zukunft brauchen?
Er schüttelte den Kopf, denn er hatte doch eine ganz normale Buchhandlung betreten und keinen Frauenbuchladen. Ein Männerbuch würde er hier nicht finden. Es gab auch nirgendwo ein Regal mit der Aufschrift „Männerliteratur“. Daher kratzte er die Fragmente seines Selbstbewusstseins zusammen, unterbrach schließlich, sich entschuldigend, die fortgeschrittene Fingernagelinspektion der Verkäuferin und fragte nach dem Werk vom Creveld.
„Haben wir nicht!“ antwortete ihr Mund, ohne auch nur einen Moment zu zögern. „Du patriarchalisches Männerschwein willst nur meinen Körper benutzen!“ fauchten ihre Augen im gleichen Augenblick. Tim trat einen Schritt zurück. Sie setzte ihre dunkelrote Metallbrille zurecht und fuhr sich mit der Hand durchs kurz geschnittene Haar. Einem blauen Plastikschildchen an ihrem Pullover war zu entnehmen, dass hier Frau Rasmussen-Illermann bediente.
Warum eigentlich, überlegte Tim, arbeiten in so vielen Buchhandlungen richtig garstige Kampflesben? Waren die denn nicht anders unterzubringen? Es gab doch inzwischen überall gut bezahlte Jobs für Frauen, ob nun stark oder nicht, im öffentlichen Dienst und bei der Bundeswehr. Ganz einfach auf Frauenquote und ganz ohne Tarotkarten.
Erschrocken über die harsche Antwort zögerte Tim ein paar Sekunden, fragte aber doch nach, ob vielleicht eine Bestellung des Buchs möglich sei.
„Dieser Wälzer wird wohl vergriffen sein“, erwiderten ihre schmalen Lippen und „Du personifizierte, penetrationswütige, alltägliche Männergewalt!“ giftete ihr Blick. Dann schien gesunder Geschäftssinn über seit Jahrzehnten gefestigte Grundüberzeugungen zu siegen. Seufzend platschte sie auf ihren zerschlissenen Drehstuhl.
Computer schien es nicht zu geben, denn sie griff nach einem enorm dicken Buchkatalog, leckte am Mittelfinger und suchte ohne echtes Interesse in den hauchdünnen Seiten. Sie schob die Brille ein Stückchen nach unten, sah Tim über den Rand kurz an; zog die Mundwinkel tiefer, senkte den Blick; beschleckte erneut den Mittelfinger und blätterte mit dem Temperament einer Wanderdüne weiter. Frau Rasmussen-Illermann schien in Gedanken versunken und irgendetwas wie „Ich könnte glatt meinen Arsch verwetten“ vor sich hin zu murmeln, aber so einen riesigen Wettgewinn hätte Tim im Leben nicht gewollt.
„Wir sind eigentlich eine seriöse Buchhandlung“, sagte sie schließlich und bohrte sich mit dem Zeigefinger im Ohr, das offenbar stark juckte. Tim hätte sicher nicht einmal dann eine Chance bei ihr gehabt, wenn er zusätzlich ein Buch über weibliche emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz oder über Väter als Täter geordert hätte ...


Von: Wolfgang A. Gogolin
Verlag: Pauerstoff Verlag; Auflage: 2 (September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981011341
ISBN-13: 978-3981011340

4. Kapitel: Weiteres

Natürlich haben wir nicht den ganzen Nachmittag mit diesem einem Thema verbracht, da wir uns schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatten, gab es sonstnoch so einiges zu bereden. Im ganzen Betrachtet, ein recht gemütlicher Nachmittag. Aber das geht Euch nichts an :-)))
Nur haben wir hier eben eine Mutter die sich berechtigter Weise Sogen um Ihr Kind macht, und davon gibt es mittlerweile viele, zu viele. Natürlich auch Väter.

Epilog:
Und nein, ich habe Ihn ihr nicht reingesteckt.

Donnerstag, 12. November 2009

Robert Enke

"Deutschland liegt in Europa auf Rang drei der Länder mit der höchsten Suizidrate, hinter Litauen und Russland. Selbst wenn wir alle HIV-Toten, Opfer von Autounfällen und Tote nach Drogenmissbrauch zusammenzählen, kommen wir nicht auf diese Zahl", sagte der Psychiater Johannes Pantel. Die Suizidversuche lägen sogar zehn bis zwanzig Mal so hoch."
Am Dienstag hat sich der Torwart von Hannover 96, Robert Enke, das Leben genommen.
Mich berührt das in ganz besonderer Weise, da ich in den letzten zwei Jahren selber drei Menschen verloren habe die mir etwas Bedeutet haben. Zwei davon auf vergleichbare Weise durch Suizid.
Über die genauen Umstände seiner Depression zu Spekulieren wäre vermessen und unangebracht. Leider benehmen sich die Medien wieder mal extrem Assozial und agieren ohne jede Form von Menschlichkeit oder Rücksichtnahme, Hauptsache Schlagzeilen.
Depressionen im Fußball und bei Stars im allgemeinen sind ja eigentlich nicht neues. Die Leute die sich für Fußball interessieren werden sich sicherlich noch an Sebastian Deisler erinnern.
Der Ruhm und das Star sein hat schon viele Menschen zerbrechen lassen. Und jetzt hat es eben Robert Enke getroffen, der in seinem Leben schon einige Schicksalsschläge hat hinnehmen müssen. Das ist das eben, wenn man in einem Land wohnt, in dem stark sein - Ausstrahlung haben - Erfolgreich sein macht attraktiv - Toll sein unsw. als positive Werte verkauft werden. Wundern darf man sich da nicht - wenn dann so etwas passiert.
Ich möchte nur mal wissen, warum niemand danach fragt, wie es dem Lokomotivführer den so geht. Über den armen Menschen macht sich keine Sau Gedanken.
Was die frau von Robert Enke gestern im TV abgezogen hat, war unter aller Würde. Auch die meisten meiner Arbeitskollegen waren von deren armseligen Auftritt angekotzt. Wenn ein Mensch stirbt denn ich vorgebe so zu lieben, dann stelle ich mich nicht am nächsten Tag vor die Kameras und mache mich wichtig - sondern tauche ersteinmal eine Zeit lang ab um meinen Schmerz zu verarbeiten.
Das die Medien natürlich direkt wieder von der Superstarken BesserMenschenfrau die so super ultra Tapfer ist gesprochen haben, war klar. Im Umgekehrten Fall hätte die Bewertung mit Sicherheit anders ausgesehen.
Bleibt als Fazit aus dieser Sache Festzustellen:
Das Männer entgegengesetzt der allgemeinen Veröffentlichten Meinung doch so etwas wie Gefühle haben, verletzbar sind und ganz schwach sein können.
Der Tochter, seinen Verwandten und dem Lokomotivführer mein Beileid.

Einen lesenswerten Blog zum Thema Depressionen gibt es hier.

Dienstag, 10. November 2009

Rabenschrey

Freitag der 06.November 2009, LCB-Wuppertal: Rabenschrey Live.
Mit großer Spannung wie sich die neuen Lieder von Rabenschrey live anhören, ging es vergangenen Freitag zum Rabenschrey Konzert.
Zuerst aber gab es Punch'n'Judy als Vorband auf der Bühne. Da wir leider recht spät dran waren, (der Rabe kann nicht pünklich sein) haben wir nur die letzten zwei Lieder des Auftritts mitbekommen. Ich kannte die Band voher nicht - aber was man zu hören bekam, hörte sich klasse an. Folk Rock vom Feinsten klang da von der Bühne. Nun gut, ich bin ein Live Liebhaber und daher etwas Befangen, aber Punch'n'Judy haben einen guten Eindruck bei mir hinterlassen.

Nach einer sehr kurzen Pause Rockten dann auch schon Rabenschrey los.

Und ich muss sagen; Geil, geil, geil, obergeil.
Pagan Folk der Rockt. Und zwar vom aller-aller Feinsten. Die härtere Rock Fassung der Lieder, sowohl die der Aktuellen Scheibe - aber auch die alten Stücke, hörten sich Oberhammer Hart an. Kopfschüttel- und Pogo tauglich. Und die Band war einfach super drauf.
Nur scheinen einige Fans die neue Spielweise übelgenommen zu haben. Meiner Meinung nach waren im Vergleich zum letzten Konzert im LCB. weniger Leute Anwesend, obwohl das Konzert immer noch sehr gut besucht war. Und es waren auch kaum Fans in Mittelalterlicher Gewandung gekommen.
Dafür waren leider einige Trend-Mitläufer, BesserMenschen und Mode-Affen vor Ort, was sich leicht negativ auf die Quallität des Publikums ausübte. Und ich hatte mal wieder das zweifelhafte Glück, neben einer Fascho- Tante zu stehen. Aber dazu gebe ich jetzt keinen weiteren Kommentar ab, nur soviel: Traurig!
Dennoch, der guten Stimmung im Hause tat das nur wenig Abbruch - wofür unter anderem die ChaosRaben gesorgt haben, die in gesunder Zahl anwesend waren und ihren Gründungstag gefeiert haben.

Leider ist die Tonquallität nicht die allerbeste, hier gibt es von dem Abend noch ein paar gut gemachte Clips.
Immer wenn Rabenschrey im LCB. Musikus macht gibt es schoneinmal ein Vorab Weihnachtsgeschenk. Beim letzten mal war es eine kostenlose "Best off" CD, dieses mal konnte man sich das Tourposter umsonst mitnehmen. Warum ich mir keines geholt habe? Das wüsste ich auch gerne. Aber einen Preis als eine der Fan-Freundlichtsten Band' s hat Rabenschrey schon verdient, zumal ihre Alben auch GEMA frei sind.
An dieser Stelle von mir ein Dankeschön an die Band.
Für das nächste Jahr hat die Band zwei neue Alben Alben angekündigt. Eins soll wieder eine Rock-Scheibe werden, die zweite mehr ein Akustisches Traditionelles Album. Dem entsprechend sind für das kommende Jahr auch zwei Konzertreihen angesagt worden. Einmal Rock - einmal Mittelalterlich. Für nach dem Konzert hat die Band noch für eine After-Show Party in eine nahe gelegene Lokalität eingeladen, wo wir aber dann aus verschiedenen Gründen nicht mit hingegangen sind.
Alles in Allem bleibt als Fazit von mir das es ein richtig guter Abend war. Bis zum nächsten mal.
Noch was zur Band:
Zum einen hat die Band an diesen Abend einen neuen Drummer gehabt. Silentia hat im Chaosraben Forum schon so eine Andeutung gemacht, aber weder auf der offiziellen Rabenschrey-Web Seite noch im FanClub Forum der Templerschafe ist darüber was zu lesen.
Und was die Web Seite der Band betrifft, so hat dies ein neues Layout bekommen, obwohl das vorherige noch recht neu war. Und das neue Desing ist im Gegensatzt zum alten doch recht einfach und Bescheiden, also eine deutliche Verschlechterrung. Ich möchte hier keine Spekulationen beginnen, aber irgendwie hat das einen negativen Beigeschmack. Hoffen wir auf das Beste.

Sonntag, 8. November 2009

Weltmännertag

Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie:
Der Weltmännertag (Men’s World Day) ist ein Aktionstag, der seit 2001 jährlich am 3. November stattfindet. Dieser soll laut Aussage des Schirmherrn Michail Gorbatschow das Bewusstsein der Männer im gesundheitlichen Bereich erweitern. So liege die männliche Lebenserwartung im Durchschnitt 7 Jahre unter der der Frauen. Neben Männergesundheit sind auch Bundeswehr und Zukunftsperspektiven Themenschwerpunkte.
Ins Leben gerufen wurde der erste Weltmännertag von Andrologen der Universität Wien. Gemeinsam mit der Stadt Wien, der Gorbatschow-Stiftung, Medical Connection und United Nations Office at Vienna (UNOV) wurde er das erste Mal offiziell 2000 in Wien veranstaltet.

Leider beschränken sich die meisten Medien darauf, den Weltmännertag entweder komplett zu ignorieren oder in lustigen wie herabsetzenden Artikeln und Klickstrecken wie „10 Gründe, warum es besser ist, ein Mann zu sein“ aufzubereiten. Nicht zu vergessen natürlich die Frage „Männertag? Brauchen wir sowas Überhaupt?
Ja, weil unteranderem: Männer arbeiten nach wie vor mehr in Berufen mit einer potentiell höheren Morbiditätsrate, und sie gehen seltener zum Arzt.
Insbesondere Krebsvorsorgeuntersuchungen werden im Vergleich zu Frauen von Männern viel schlechter angenommen: Frauen haben in Deutschland ab 20 Jahren einen Anspruch auf Krebsvorsorge, Männer ab 45 Jahren. Dieses Angebot nutzen im Schnitt 60% der Frauen aber nur 26% der Männer. Die Techniker Krankenkasse rät Männern bereits ab dem 18. Lebensjahr regelmäßig selbst ihr Hoden auf Veränderungen, Verhärtungen etc zu untersuchen – doch während Frauen an jeder Ecke mit Tipps zum richtigen Abtasten der Brust überhäuft werden, sind die Anleitungen und Hinweise zum Selbstabtasten der Hoden rar gesät.
Die Gründe, nicht zur Vorsorge zu gehen, sind vielfältig und reichen von „ich weiß nicht, worauf ich Anspruch habe“ über Zeitmangel und „habe mir bisher keine Gedanken dazu gemacht“.
So liegt nahe, gerade auch mit Blick darauf welcher Druck auf die Männer ausübt wird und welche Folgen dieser Druck haben kann.


www.on3-radio.de

"Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht"
-Bertolt Brecht (1898 - 1956)

Sonntag, 1. November 2009

TotenTanz

Titel: Beginn des Monats Neblung
Datum: Sonntag, 1. November 2009
Bemerkungen: Der norwegische Runenkalender sagt, dass Regen an diesem Tag sieben weitere Wochen mit nassem Wetter erwarten lässt.

Und es regnet heuer, wie es sich für Wuppertal gehört. Und zu diesem Wetter passt es dann wie Arsch auf Eimer.

Titel: Samhain
Datum: Samstag, 31. Oktober 2009
Bemerkungen: Für unsere keltischen Kollegen, das neue Jahr.Definitiv geht das Halloween-Fest auf irische Samhain-Bräuche zurück - was heute ein Kürbis ist, "Jack-o-the-lantern", ist ein ursprünglich irisches "Gespenst", das man sich in Irland früher als Mann mit "Rübenkopf" vorstellte, zu welchem Zweck man eben Rüben aushöhlte und von innen beleuchtete. Die Amerikaner haben einfach die Rübe durchden Kürbis ersetzt. Samhain ist in Irland definitiv ein "Totenfest" - der "Volksglaube" sagt, daß zu dieser Zeit des Jahres die Grenze zur "Anderswelt", zumReich der Feen, Geister, Sidhe, Toten etc.

Dieser Monat ist ja so eine Art Toten-Monat. Zeit also, mal wieder einen Friedhofs Bummel zu machen um ein paar Menschen zu Gedenken, die viel zu früh von uns gehen mussten. Traurigerweise muss man mittlerweile schon ein Wochenende dafür einplanen.
Im Gedenken also:

Montag, 26. Oktober 2009

4.mittelalterlicher Martinsmarkt Wipperfürth

So ist das Leben. Ein Arbeitskollege war am Wochenende in den Niederlanden und in Belgien, und wo war ich ? In Wipperfürth.
Genauer gesagt auf dem 4.mittelalterlicher Martinimarkt in Wipperfürth. Ein netter kleiner Mittelaltermarkt - mitten in der Altstadt von Wipperfürth ähnlich dem Markt von Ratingen.







Wipperfürth soll ja die älteste Stadt im Bergischen Land sein, und so ist auf jeden Fall die Altstadt schon einen Besuch Wert, wo es am Sonntag neben dem Markt einen Verkaufsoffenen Sonntag gegeben hat. Nachteil des ganzen war die schlechte Situation mit dem Parken - da alle Parkplätze Voll waren und man ein Stück weiter weg parken musste.
Das war aber auch schon das einzig negative an jenem Tage, und so konnte man das durchaus gute Wetter auf einem mehr als gut besuchtem Markte genießen.







Für Kurzweil war gesorgt, und die meisten Taler habe ich an diesem jenem Tag für diverse Kräutermischungen und für Räucherkohle gelassen. Wir steuern ja langsam aber sicher auf die Jule-Zeit zu, und da will vorgesorgt sein, zumall meiner einer diesbezüglich dieses Jahr noch zu nichts gekommen ist. Und da mir mein alter Mörser in die Brötchen gegangen ist, muss man sich eben so behelfen.
Der zwar recht kleine aber feine Markt hatte jedenfalls einiges zu bieten, und so war es ein rundherum gelungener Tag.
Nett war auch die St. Martin Aufführung, wo man die Sage von St. Martin nachgestellt hat. Das hat dann auch mir als Heiden gefallen. Auf alle Fälle ist mir die St. Martins Kiste lieber als das US-Importierte Halloween-Komerz geplärre.
Nur die Textsicherheit beim Volke, als es darum ging das Martinslied zu singen, war dann doch eher bescheiden. Ich habe von vornherein garnicht erst mitgesungen, um niemanden zu vergraulen oder des Platzes Verwiesen zu werden :-).
Und deshalb zum Abschluss heuer hier altes Liedgut. Und wenn dieser Tage ein Rabe mit Laterne vor der Euren Türe stehet und doch singet - so habet Mitleid und gebet gar viel.
Martinslied:
St.Martin, St.Martin, St.Martin war ein frommer Mann, zündet viele Lichter an, daß er droben sehen kann, was er unten hat getan.
Martinslied 2:
Wenn die dunkle Zeit beginnt, Wenn des Jahres Kraft verrinnt, Wenn die Sonne müde lacht, Und der Mond die Nacht bewacht, Dann kommt Martins großes Fest, Das die Kinder singen läßt.
Refrain:Du Sankt Martin, heilger Mann, Zünde unsre Lichter an Tief im Herzen; nicht nur Kerzen Sollen bringen helles Licht, Tief im Herzen; nicht nur Kerzen Sollen bringen helles Licht!

Wenn der Herold zieht voran, Und die Kinder folgen dann Mit Laternen und Gesang Auf dem weiten, frohen Gang Durch die Gassen unsrer Stadt, Sie ein Kleid aus Lichtern hat.Refrain:Wenn Sankt Martin zu uns eilt Und den Mantel freudig teilt Mit dem Bettler vor dem Tor, Ja, da stellen wir uns vor, Auch dem andern gut zu sein, Wie es fiel Sankt Martin ein.
Refrain:
Wenn Sankt Martin zu uns eilt Und den Mantel freudig teilt Mit dem Bettler vor dem Tor, Ja, da stellen wir uns vor, Auch dem andern gut zu sein, Wie es fiel Sankt Martin ein.
Refrain:

Montag, 19. Oktober 2009

Die Vandalen - Geiserich ante portas

Titel: Winteranfang
Datum: Mittwoch, 14. Oktober 2009
Wiederholung: Dieses Ereignis wiederholt sich jedes Jahr.
Bemerkungen: In alter Zeit kannte man nur zwei Jahreshälften, und der Beginn des Winters fiel nach dem norwegischen Runenkalender auf den 14. Oktober. Da Tage mit der Nacht und Jahre mit dem Winter begannen, war dies also auch der alte Termin für den Jahreswechsel.
In den Sagas gibt es zwei Stellen (Víga-Glúms saga 6 und Egilssaga 44), die berichten, dass an diesem Tag ("at vetrnóttum", also zu den "Winternächten") auch das Disenopfer stattfand. Diese zwei Belege gelten zwar als etwas dubios, aber auch andere isländische Quellen berichten von einem "Herbstopfer" zu diesem Termin.



Vor 1.570 Jahren: Die Vandalen erobern Karthago - Geiserichs Vandalen landen in Afrika:
Die Vandalen sind mitten unter uns. Sie verwüsten Schulen, beschmieren öffentliche Verkehrsmittel oder randalieren. Der Volksmund bezeichnet solche Akte sinnloser Zerstörung als Vandalismus, benannt nach jenem Stamm der Vandalen, den vermeintlich wildesten Unholden des Altertums. Dabei treiben die es zur Zeit der großen Völkerwanderung auch nicht schlimmer als andere Germanenstämme. Und so haben auch die Vandalen bis heute einen nachhaltigen Eindruck in den Überlieferungen hinterlassen. Zum einen verdanken sie das schlicht übler Nachrede ihrer zahlreichen, meist katholischen Erzfeinde, zum anderen aber einer herausragenden Führungsgestalt, wie sie kein anderes der herumvagabundierenden Völker hervorgebracht hat. Sechs Jahrzehnte lang bestimmt Geiserich die kriegerische und politische Marschroute der Vandalen. Mit der Eroberung der römischen Nordafrika-Metropole Karthago legt der uneheliche Sohn des Königs Godegisel den Grundstein zu einem florierenden vandalischen Mittelmeer-Imperium.
Unter dem Druck der aus Osten heranziehenden Hunnen und Goten weichen die im heutigen Schlesien siedelnden Vandalen um das Jahr 400 gen Westen aus. Am Rhein stoßen die von Rom als "furor teutonicus" gefürchteten Barbaren im Dezember 406 auf erbitterten Widerstand. In einer siegreichen Schlacht gegen die mit Rom verbündeten Franken stirbt an der Seite seines 16-jährigen Sohns Geiserich auch König Godegisel. Drei Jahre lang ziehen die Vandalen nun im Verein mit dem Reitervolk der Alanen raubend, sengend und mordend durch das reiche Gallien bis nach Spanien. Doch auch im äußersten Süden finden sie keine Ruhe vor den nachdrängenden Horden der Westgoten. Mit einer kühnen strategischen Meisterleistung gelingt es Geiserich, inzwischen König der Vandalen und Alanen, seinem Volk eine neue Zukunft zu eröffnen. Im Jahr 429 setzen binnen vier Wochen rund 80.000 Krieger, Frauen und Kinder samt Pferden und Vieh durch die Straße von Gibraltar nach Nordafrika über, in die blühende, aber nur mangelhaft gesicherte Kornkammer des römischen Reichs.
Bestens organisiert lenkt Geiserich sein Volk den reichen Küstengürtel entlang ostwärts. Nach erfolgreicher Belagerung wird 431 die prosperierende Bischofsstadt Hippo Regius, Wohnsitz des Heiligen Augustinus, ausgeplündert. Vor Karthago stoppt Geiserich seinen Feldzug, um zunächst die vandalische Herrschaft in den eroberten Gebieten zu festigen. Erst am 19. Oktober 439 nimmt er die damals nach Rom und Byzanz drittgrößte Stadt der bekannten Welt im Handstreich ein - mit einer List, die leider nicht überliefert ist.
Von Karthago aus beherrschen die Vandalen bald das gesamte westliche Mittelmeer. 455 wagen sie gar den direkten Angriff auf das dekadente Rom und plündern die Stadt in einer zweiwöchigen, nahezu unblutigen Kommandoaktion vollständig aus. Bis zu seinem Tod im Jahr 477 bleibt Geiserich unumschränkter Herrscher des ersten unabhängigen Germanenreichs auf römischem Boden. Seine wenig begabten Nachfolger jedoch verspielen die ihnen hinterlassene Großmacht binnen weniger Jahrzehnte. Nach 130 Jahren auf der weltpolitischen Bühne werden die Vandalen 534 von byzantinischen Truppen endgültig aufgerieben und hinweggefegt. Schriftliches hinterlassen sie nicht, nur ihre Gegner. So ist das Einzige, was von ihnen bleibt - ihr schlechter Ruf.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Der Rabendichter

Titel: Leif Eiríksson Day
Datum: Sonntag, 11. Oktober 2009
Bemerkungen: Leif erreichte um das Jahr 1000 n.d.Z. Amerika. Wen interessiert da schon Columbus?
Wenn man bei dem Nass-kaltem Wetter dieser Tage Acht Stunden auf dem Gerüst seiner Arbeit nachgeht und sich dabei die Gesundheit kaputt macht, sprich eine spannende Aufgaben zu haben sowie selbstständig-frei und unabhängig zu sein, ist man Abends, wenn man nach Hause kommt, froh sein Leben zu haben und die Füsse hochlegen zu können. Das bringt dann eine gewisse inaktivität mit sich - und die Lebensquallität hat doch leichte Einbußen. Ja, ja .... Arbeit macht Frei.
Und wenn man schon sonst nichts nennenswertes zu Stande bekommt, kann man wenigstens seinen dunklen Rabenschwarzen Gedanken freien Lauf lassen. Damit sind wir wieder mal bei Edgar Allan Poe. Und denn hatten wir hier im Blog ja vor kurzem schon.
Der Rabendichter:
Edgar Allan Poe, * 19. Januar 1809 in Boston, USA; † 7. Oktober 1849 in Baltimore, war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er prägte entscheidend die Genres der Kriminalliteratur, der Science Fiction und der Horrorgeschichte. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung.

"Something about Satan' s dart, something about Angel wings, much about a broken heart, all about unhappy things...."

Poes Großvater war der General David Poe, ein sagenumwobener Veteran der Revolution und Nachfahre schottisch-irischer Auswanderer.
Nach einer Überlieferung soll eines seiner Kindermädchen dem jungen Edgar Brot, das in Wachholderschnaps getaucht war, gegeben haben, um ihn ruhig und stark zu machen.
Nach dem Tod seiner Mutter, wurde Poe mit zwei Jahren in die Familie des Kaufmanns John Allan aufgenommen, wo er von einem schwarzen Sklavenkindermädchen betreut wurde. Diese soll ihm seltsame Lieder vorgesungen und schreckliche Geschichten von lebenden Toten erzählt haben.
Erzählungen der Seeleute, die sich bei John Allan aufhielten, von ihren Fahrten trugen das ihre dazu bei, Edgars Phantasie anzuregen.
Poe soll schon als Kind geliebt haben, bei Nacht lange das silberne und Mystische Antlitz des Herrn Mondes zu betrachten. Auch in und unter Grabsteinen sah er mehr als andere: "Sie werden uns nachlaufen und mich herunterholen", schrie er einmal, als er als sechsjähriger mit seinem Onkel an einer Holzhütte vorbeikam, die von mehreren Gräbern umgeben war.
Schon Poes erste Veröffentlichung Tamerlane and Other Poems von 1827 enthält zwei Gedichte, "Spirits of the Dead" und "The Lake", die mit ihrer düsteren Stimmung schon Vorboten des zitternden Entzückens, dieses sanft-süßen Grauens, das zu besingen unser Dichter nimmermehr müde wurde.
In einer Abfassung seiner Besprechung von einem Buch von Dickens, das als Fortsetzungsroman erschien und erst noch fertiggeschrieben werden mußte, sagte Poe den Verlauf der Handlung fast so exakt voraus, das Dickens entsetzt Kommentierte: "Der Mann muß der Teufel in Person sein."
Der Rabe, in der Fassung, wie wir sie kennen, war von Poe beim Heulen der Herbststürme in einem einsam gelegenen Farmhaus in der Nähe von New York vollendet worden.
Zu seiner Zeit war Poe eine anerkannte Autorität für das Erstellen und Entziffern von Geheimschriften.
Im Vorwort zu seinem ersten Gedichtsband, den Tales of the Grotesque and Arabesque, gibt Poe Hinweise, die zu einem tieferen Verständnis seiner Werke dienen können.
Seine Texte bilden, so sagt er, nur ein einziges Buch. Und wo in seinen Versen die Angst das Hauptthema sei, komme der Schrecken einzig und alleine aus der Seele.
"Wenn jeder Autor, der ein Honorar für eine Geschichte erhält, die ihre Entstehung Poe verdankt, den Zehnten für ein Monument des Meisters abgeben würde, dann ergäbe das eine Pyramide so hoch wie die von Cheops", schrieb Conan Doyle, dessen berühmter Detektiv Sherlock Holmes in Poes Dupin seinen Urahn hat.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Odins Rabenzauber

Titel: Beginn des Monats GILBHARD
Datum: Donnerstag, 1. Oktober 2009

Jetzt da der Herbst da ist und das Jahr sich zum Ende neigt, war es auch für mich mal wieder Zeit - sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Das "sterben" der Natur steht für mich auch Gleichnishaft für den Tod von Freunden und einer Reihe menschlicher Tragödien, die sich in den letzten Jahren ereignet haben.
Die dunkle und kalte Jahreszeit will mit den alten Göttern am besten überstanden sein. Und da ich zum Winter hin, dieser Zeit voller Mystik und Strenge, sowieso immer meinen Religiösen Ultra-Flash bekomme, habe ich mal wieder die EDDA zur Hand genommen. Und darin findet sich nun eben jener "Odins Rabenzauber" der nun passt wie die Faust aufs Auge. Dieses Lied gilt als das dunkelste und rätselhafteste der ganzen Edda.

Odins Rabenzauber oder Hrafnagaldr Odhinn:
1.) Allvater waltet, Alfen verstehn, Wanen wissen, Nornen weisen, Iwidie nährt, Menschen dulden, Thursen erwarten, Walküren trachten.
2.) Die Asen ahnten übles Verhängnis, Verwirrt von widrigen Winken der Seherin. Urda sollte Odhrärir bewachen, Wenn sie wüßte so großem Schaden zu wehren.
3.) Auf hub sich Hugin den Himmel zu suchen; Unheil fürchteten die Asen, verweil er. Thrains Ausspruch ist schwerer Traum, Dunkler Traum ist Dains Ausspruch.
4.) Den Zwergen schwindet die Starke. Die Himmel Neigen sich nieder zu Ginnungs Nähe. Alswid läßt sie oftmals sinken, Oft die sinkenden hebt er aber empor.
5.) Nirgend haftet Sonne noch Erde, Es schwanken und stürzen die Ströme der Luft. In Mimirs klarer Quelle versiegt Die Weisheit der Männer. Wißt ihr, was das bedeutet?
6.) Im Tale weilt die vorwissende Göttin Hinab von Yggdrasils Esche gesunken, Alfengeschlechtern Idun genannt, Die Jüngste von Iwalts älteren Kindern.
7.) Schwer erträgt sie dies Niedersinken Unter des Laubbaums Stamm gebannt. Nicht behagt es ihr bei Nörwis Tochter, An heitere Wohnung gewöhnt so lange.
8.) Die Sieggötter sehen die Sorge Nannas Um die niedre Wohnung: sie geben ihr ein Wolfsfell. Damit bekleidet verkehrt sie den Sinn, Freut sich der Auskunft, erneut die Farbe.
9.) Wählte Widrir den Wächter der Brücke, Den Giallarertöner, die Göttin zu fragen Was sie wisse von den Weltgeschicken. Ihn geleiten Loptr und Bragi.
10.) Weihlieder sangen, auf Wölfen ritten Die Herrscher und Hüter der Himmelswelt. Odin spähte von Hlidskialfs Sitz Und wandte weit hinweg die Zeugen.
11.) Der Weise fragte die Wächterin des Tranks, Ob von den Asen und ihren Geschicken Unten im Hause der Hel sie wüßtenAnfang und Dauer und endlichen Tod.
12.) Sie mochte nicht reden, nicht melden konnte sie's: Wie begierig sie fragten, sie gab keinen Laut, Zähren schossen aus den Spiegeln des Haupts, Mühsam verhehlt, und netzten die Hände.
13.) Wie schlafbetäubt erschien den Göttern Die Harmvolle, die des Worts sich enthielt. Je mehr sie sich weigerte, je mehr sie drängten; Doch mit allem Forschen erfragten sie nichts.
14.) Da fuhr hinweg der Vormann der Botschaft, Der Hüter von Herjans gellendem Horn. Den Sohn der Nal nahm er zum Begleiter; Als Wächter der Schönen blieb Odins Skalde.
15.) Gen Wingolf kehrten Widrirs Gesandte, Beide von Forniots Freunden getragen. Eintraten sie jetzt und grüßten die Asen, Yggrs Gefährten beim fröhlichen Mahl.
16.) Sie wünschten dem Odin, dem seligsten Asen, Lang auf dem Hochsitz der Lande zu walten; Den Göttern, beim Gastmahl vergnügt sich zu reihen, Bei Allvater ewiger Ehren genießend.
17.) Nach Bölwerks Gebot auf die Bänke verteilt, Von Sährimnir speisend saßen die Götter. Skögul schenkte in Hnikars Schalen Den Met und maß ihn aus Mimirs Horn.
18.) Mancherlei fragten über dem Mahle Den Heimdal die Götter, die Göttinnen Loki, Ob Spruch und Spähung gespendet die Jungfrau - Bis Dunkel am Abend den Himmel deckte.
19.) Übel, sagten sie, sei es ergangen, Erfolglos die Werbung, und wenig erforscht. Nur mit List gewinnen ließe der Rat sich Daß ihnen die Göttliche Auskunft gäbe.
20.) Antwort gab Omi, sie alle hörten es: ,,Die Nacht ist zu nützen zu neuem Entschluß. Bis Morgen bedenke wer es vermag Glücklichen Rat den Göttern zu finden.''
21.) Über die Wege von Wallis Mutter Nieder sank die Nahrung Fenrirs. Vom Gastmahl schieden die Götter entlassend Hroptr und Frigg, als Hrimfari auffuhr.
22.) Da hebt sich von Osten aus den Eliwagar Des reifkalten Riesen dornige Rute, Mit der er in Schlaf die Völker schlägt, Die Midgard bewohnen, vor Mitternacht.
23.) Die Kräfte ermatten, ermüden die Arme, Schwindelnd wankt der weiße Schwertgott. Ohnmacht befallt sie in der eisigen Nachtluft, Die Sinne schwanken der ganzen Versammlung.
24.) Da trieb aus dem Tore wieder der Tag Sein schön mit Gestein geschmücktes Roß; Weit über Mannheim glänzte die Mähne: Des Zwergs Überlisterin zog es im Wagen.
25.) Am nördlichen Rand der nährenden Erde Unter des Urbaums äußerste Wurzel Gingen zur Ruhe Gygien und Thursen, Gespenster, Zwerge und Schwarzalfen.
26.) Auf standen die Herrscher und die Alfenbestrahlerin; Die Nacht sank nördlich gen Nifelheim. Ulfrunas Sohn stieg Argiöl hinan, Der Hornbläser, zu den Himmelsbergen.

Der Name Odins Rabenzauber" ist eine nicht mit Sicherheit zu lösende Rune. Eine Erklärung hierzu bekommen wir von der dritten Strophe, deren Sinn aber selbst erst der Abwägung bedarf. Nach ihr macht sich Hugin auf, den Himmel zu suchen.
Raben durch eine besondere Weihe dazu bereitet, ließ man in alter Zeit von einem Schiff auffliegen, um die nähe des Landes zu erforschen. Rabenzauber nannte man wohl diese Beschwörungsformel, wodurch die Raben für ihren Dienst geweiht wurden.