Sonntag, 1. Mai 2016

Baltaine, Walpurgisnacht und die Hexen.

Tja, der April war ja recht ruhig hier. Nun wird es Zeit für ein Lebenszeichen. Und dazu nutzen wir Beltaine. Es ist ja in der Heidenzene immer ein Streit, woher kommt Beltane, ist Ostern ein heidnisches Fest, was hat es mit Jule auf sich, unsw. Ich habe mich dran versucht, mich dem Beltane Fest aus möglichst Wissenschaftlicher Seite zu nähern. Das ganze ist ein Reload von mir, da ich das eigentlich schon mehrere male gebracht habe. 
Und damit allen ein frohes Frühlingsfest.

Am 30.April findet auf dem Blocksberg der sogenannte Hexensabbat statt. Das Feuer lodert, der Wind weht. Pferdeschädel und Kuhhörner werden zu Musikinstrumenten. Hierzu tanzen Hexen im wilden Reigen. Thomas Becker, Historiker an der Universität Bonn, glaubt, dass "wir den Mythos der Walpurgisnacht Johann Wolfgang von Goethe zu verdanken" haben. Allerdings - der deutsche Dichter hatte Vorbilder.

Der Name des Walpurgis Festes geht zurück auf eine der ersten christlichen Missionarinnen im damals noch heidnischen Land. Walburga war die Nichte des Bonifazius. Sie kam aus England und versuchte nun, den Germanen das Christentum näher zu bringen. Noch heute besinnt sich die katholische Kirche ihres Todestages im Jahr 779. Der 25.02. gilt als Walburgas Namenstag, und der 1.Mai wurde später zum Feiertag der Benediktinerin. Denn gut hundert Jahre nach ihrem Tod erschien, so eine sage, ihr Geist dem Bischof Otgar von Eichstätt. Sie beklagte sich angeblich über die schlechte Lage ihres Grabes, und der Bischof ließ sie darauf hin umbetten. Dabei wurde Walburga auch gleich heilig gesprochen. Diese Heiligsprechung am 1.Mai gab dem Fest den Namen "Walpurgisnacht." 

Aber wie kommt eine heilige zu einem rauschenden und sündigen Hexenfest?
Recht verbreitet ist die Theorie, am 1.Mai werde ein keltisches  Fruchtbarkeitsfest gefeiert: "Beltane". Zu Ehren des Gottes Bel wurde in heidnischer Zeit ein Feuer entfacht, getanzt, gelacht und geliebt. Im alten Irland, so steht es in den Sagen, war Beltane die Nacht, in der sich der König des Landes mit der großen Mutter Natur sexuell verbinden sollte, um so seine Herrschaft zu legitimieren. "Das lässt sich allerdings nicht nachweisen", sagt der Historiker Becker.

Jenes Bild der "Hänsel und Gretel Hexe", die sich auf dem Besen zum liederlichen Liebessymposion begibt, entstehe erst in der ersten Hälfte des 15.Jahrhunderts, erläutert Thomas Becker. Und, so betont er, war diese Hexe keine Zauberin, sondern ein Mensch, der sich von Gott abgewandt hatte und einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sei.

Der Ort der Hexenversammlung wird erst 1669 populär. Der Leipziger Johann Prätorius, kaiserlicher Poet, schreibt in diesem Jahr sein Werk "Blockes Berges Verrichtung", mit dem Untertitel: "Unholden in ganz Teutschland". Neben dem Blocksberg - Damit meint er den Brocken im Harz - nennt der Dichter auch den Rheinstein und die Baumannshöhle im Harz als Treffpunkte für Hexen.
Letztendlich war es dann Goethe, der das aktuelle Bild über Hexen in unsere Gesellschaft prägte. Im Faust verewigt der Dichter die Walpurgisnacht als die große Jahresversammlung: 

 "Die Hexen zu dem Brocken ziehn, die die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün. Dort sammelt sich der große Hauf, Herr Urian sitzt oben drauf".

©Text teilweise Anette Bolz.

Luft mein Atem - Wasser mein Blut - Feuer mein Geist - Und Erde mein Körper 

Beltane:
( Die Nacht auf den ersten Mai ) ist das Fest des wiedererwachten Frühlings, an dem Sonne und Erde                 
eine Verbindung eingehen,  im ewig wiederkehrenden Kreislauf der Natur von Geburt, Leben und Vergehen.Das Beltane wurde in den verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich gedeutet und begannen. In den meisten Fällen hatte der Fruchtbarkeitskult eine bedeutende Stellung. 
  
 ©Text teilweise Lilian Muscutt / WZ            

Kommentare: