Sonntag, 21. Juni 2009

Mittsommer

" Ich sah Balder, dem blutenden Gott, Odins Sohne, Unheil bestimmt:
Ob der Ebene stand aufgewachsen - Der Zweig der Mistel, zart und schön.
Ihm ward der Zweig, der zart erschien, zum herben Harmpfeil: Hödur schoss ihn;
und Frigg weinte in den Fensälen um Walhalls Weh - wisst Ihr noch mehr?"
Völuspa

Phol (Vol, Balder, Baldur, Balderes) Sohn >Odins und der >Frigg. Feind des Unrechts, Sonnengott.
("Der Tod des Balders steht für den Verlust der spirituellen Seherkraft bei den nirdisch-germanischen Völkern." Metzner ,1994)

Die gesamte Mystische Bedeutung der Sonnenwende in der Germanischen Religion hier wiederzugeben, wäre wohl etwas zu viel des Guten. Zu Ehren der alten Götter aber, und weil es heutzutage nicht leicht ist die alten Heidnischen Feste entsprechend zu begehen, will ich auch diesen Ort nutzen um meine Verbundenheit mit den Ratern zu leben.
In heidnischer Zeit bestand weitgehend Übereinstimmung zwischen Gallokelten, Germanen, Römern, Griechen und den slawischen Völkern über die Wertschätzung der Sonne und Ihrer Bedeutung.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Sonnenwagen von Trundholm.

Der Sonnenwagen von Trundholm ist eine Skulptur aus der älteren Nordischen Bronzezeit um ca. 1400 v. Chr. Nordeuropas.

"Ich ging zum Wald und zum grünen Baum, zu finden den Zauberzweig: Ich fand den Zauberzweig." Skirnirslied 32

Wie schon Beschrieben, gilt die Zeit der Mittsonnenwende als gute Zeit fürs Sammeln von Kräutern. So hat sich z.B. folgende heidnische Sitte im Volkstum erhalten:
"Am Johannistage, diesem altgermanischem Feste der Jahresmitte, zündete man abends die heiligen Feuer an, umtanzte sie und sprang darüber hinweg. Mit den Kohlen dieser Feuer wurden später die Äcker bestreut. Es war auch ein Fest der Fruchtbarkeit. Frauen banden sich bestimmte Zauberkräuter an die Schenkel, den Bauch, die Vulva, dass sie Fruchtbar würden." (Aigremont ,1987)

"Der größte Zauberer ist derjenige, der am besten die Geheimnisse der Pflanzenwelt kennt." Altes Sprichwort.

Ein wichtiger Bestandteil in der Germanischen Mythologie in Zusammenhang mit den Gaben der Natur ist das Räucherwerk zu bestimmten Festen bzw. Umständen.

Als Sonnenwendräucherwerk nehme man:
1 Teil Wurmfarnwedel
1 Teil Mistelblätter
2 Teile Waldweihrauch ( Harz entweder von Fichte, Kiefer oder Tanne)

Die getrockneten Blätter und das Harz werden im Mörser fein zerkleinert und gut gemischt. Das Räucherpulver wird nach und nach auf glühende Holzkohle gestreut. Der Farn symbolisiert den Mittsommer, die Mistel den Mittwinter, das Harz die heilige Natur. Somit ist diese Räucherung ein Abbild des zyklischen Kosmos bzw. des Sonnenlaufes, der die Welt aufleben und absterben lässt.

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